Erfolgreicher Jäger mit spitzem Schnabel.
Chinesen nennen ihre Helfer Fisch-Adler.

Es ist überraschend, wie diszipliniert und produktiv die Kormorane arbeiten. Wenn ich mich richtig erinnere fängt ein Kormoran pro Tag 30 kg. Aber dafür werden sie ja schließlich ein halbes bis ganzes Jahr trainiert. Ihre Lehrer sind die alten, erfahrenen Vögel. Kormorane genießen es, auf der Suche nach Fischen zu tauchen. Und vermutlich fällt auch ein guter Teil am Ende der Arbeit für sie ab.

Über Jahrhunderte haben die Menschen hier am Fluss ihren Lebensunterhalt mit dieser Art des Fischfangs mit abgerichteten Kormoranen bestritten. Inzwischen sagen die Fischer allerdings, dass sich gleichzeitig mit der Zunahme der Touristen die Fischmenge reduziert habe. Ihr Leben werde täglich etwas härter. Doch für Touristen stochern sie weiterhin auf ihren Bambusfloßen übers flache Gewässer.

Das Geheimnis ist eine Schnur aus Reisstroh um den Hals des Vogels. Gerade so eng, daß er die großen Fische nicht runterschlucken kann.

Zwischen 3 und 12 Kormorane sitzen brav in einer Reihe, bis der Fischer ihnen den Befehl gibt, auf die Jagd zu gehen. Dann stürzen sie ins Wasser und schnellen wie Geschosse knapp unter der Wasseroberfläche davon. Sobald der Kormoran einen Fisch gefangen hat, kehrt er zum Fischer zurück, der ihn dann mit seiner Bambusstange aus dem Wasser aufs Boot hieft und vom Fisch in seiner Kehle befreit. Der Fang landet im Korb.

Wir sind am Li-Fluß zwischen Guilin und Yangshou im Süden Chinas. Hier winden sich die klaren, flachen Wasser langsam durch sanfte Gebirgszüge vorbei an Reisfeldern. Perfekte natürliche Bedingungen fürs Kormoranfischen. Und nein, auf dem Bild rechts wird kein Kormoran gefüttert, ihm wird der Fisch wieder aus dem Hals gezogen.

China-Tina Geographic: KormoranFischer
selbst erlebt August 2007
China-Tina Geographic